Wärmepumpe · Altbau & Bestand

Wärmepumpe im Altbau — geht das mit meinen Heizkörpern?

Das ist die häufigste Frage, die uns gestellt wird. Die ehrliche Antwort: meistens ja — aber nicht immer, und nie ohne Rechnung. Hier steht, wovon es wirklich abhängt.

Es geht nicht um das Baujahr. Es geht um die Vorlauftemperatur.

Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Temperatur ist, mit der sie das Heizwasser liefern muss. Fußbodenheizungen kommen mit 30 bis 35 °C aus — deshalb der Ruf, Wärmepumpen bräuchten Fußbodenheizung. Klassische Heizkörper wurden früher dagegen auf 70 °C oder mehr ausgelegt.

Der Punkt, den viele nicht wissen: Fast keine Altbau-Heizung läuft heute noch bei 70 °C. Die Anlagen wurden für den kältesten Tag des Jahres dimensioniert, meist großzügig, und viele Häuser sind seither gedämmt oder haben neue Fenster bekommen. In der Praxis kommen sehr viele Bestandsgebäude mit 50 bis 55 °C aus — und das ist für eine moderne Wärmepumpe gut machbar.

Der Selbsttest, den Sie diesen Winter machen können

Stellen Sie an Ihrer jetzigen Heizung die Vorlauftemperatur schrittweise herunter — auf 55 °C, später auf 50 °C. Drehen Sie die Thermostate voll auf. Wird es an einem richtig kalten Tag in allen Räumen warm genug, ist Ihr Haus wärmepumpentauglich. Das ist kein Ersatz für eine Berechnung, aber der beste Praxishinweis, den es gibt — und er kostet nichts.

Was heute technisch möglich ist

Die Gerätegeneration hat sich verändert. Wir verbauen vorzugsweise Weishaupt-Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Die aktuelle Evoblock® erreicht Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C — auch bei niedrigen Außentemperaturen.

Das heißt im Klartext: Selbst dort, wo früher „geht nicht ohne Fußbodenheizung" galt, ist heute oft der Betrieb mit den vorhandenen Heizkörpern möglich. Ehrlich dazugesagt: Je höher die nötige Vorlauftemperatur, desto mehr Strom braucht die Anlage. Zwischen „technisch möglich" und „wirtschaftlich sinnvoll" liegt ein Unterschied — und den rechnen wir Ihnen aus, bevor Sie sich entscheiden.

Die drei Stellschrauben, bevor Sie Geräte vergleichen

Einzelne Heizkörper tauschen

Oft sind es nur zwei oder drei Räume, die bei niedriger Temperatur nicht mitkommen. Dort größere oder Niedertemperatur-Heizkörper einzusetzen ist deutlich günstiger als eine Fußbodenheizung — und senkt die nötige Vorlauftemperatur fürs ganze Haus.

Hydraulischer Abgleich

Ohne Abgleich bekommen einige Räume zu viel Wasser und andere zu wenig — man dreht die Temperatur hoch, damit auch der letzte Raum warm wird. Der Abgleich ist bei Wärmepumpen kein Feinschliff, sondern Voraussetzung. Wir machen ihn grundsätzlich.

Warmwasser getrennt betrachten

Das Heizen im Altbau ist oft unkritischer als das Warmwasser. Legionellenschutz und Komfortansprüche entscheiden mit über Speichergröße und Betriebsweise — hier zahlt sich unsere Trinkwasser-Qualifikation aus.

Erst rechnen, dann kaufen

Heizlast nach DIN EN 12831, raumweise. Danach wissen wir, welche Leistung nötig ist und welche Vorlauftemperatur realistisch ist. Alles davor ist Raten — und Raten wird beim Strompreis teuer.

Wann wir von einer Wärmepumpe abraten

Es gibt Fälle, in denen wir ehrlich sagen: jetzt nicht. Etwa wenn ein Gebäude gänzlich ungedämmt ist, die Heizkörper sehr knapp dimensioniert sind und ohnehin eine Sanierung ansteht — dann ist die Reihenfolge falsch. Oder wenn kein zulässiger Aufstellort gefunden werden kann. In solchen Fällen ist ein moderner Brennwertkessel als Zwischenlösung die vernünftigere Entscheidung. Uns ist eine ehrliche Absage lieber als eine Anlage, über die Sie sich jeden Winter ärgern.

Wir sagen Ihnen, ob es bei Ihnen passt.

Nennen Sie uns Baujahr, Heizkörpertyp und Ihren Verbrauch der letzten zwei Jahre — damit lässt sich schon am Telefon viel einordnen.

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